Alle 11 Minuten verliebt sich zwar ein Single, aber ob diese Verliebtheit auf Resonanz stößt, beide ein Paar werden und für immer und ewig zusammenbleiben, beantwortet die in entsprechender Werbung aufgestellte Behauptung nicht. Auch nicht, woher all diese wunderschönen Singles, die jetzt shippen, und zwar paar, herkommen. Und was ist mit denen, deren Attraktivität sich mehr im Bereich der Herzensbildung abspielt und die sich in ihrer augenscheinlichen Optik eher der nicht werbetauglichen Mehrheit anschließen? Sind die zum ewigen Alleinsein verflucht? Müssen sie, von der vielversprechenden Botschaft angelockt, wirklich lügen, dass sich die Balken biegen, um überhaupt auch nur eine einzige Reaktion im Worlwideweb zu erhaschen? Ich verweigere mich der vielfachen Überzeugung, dass der großen Liebe heutzutage nur noch medial zu begegnen ist. Die Liebe kommt, wenn ihr danach ist und sie befindet, dass es der rechte Zeitpunkt für ihren ganz großen Auftritt ist. Dabei kommt sie manchmal wirklich ungelegen, gibt sich erst auf den dritten Blick zu erkennen oder lässt divenhaft lang auf sich warten. Natürlich muss man Gelegenheiten schaffen, um ihr zu begegnen. Durchaus hilfreich kann es sein, ab und an das Haus zu verlassen. Draußen angekommen auch mal hoch zu gucken und einem Augenkontakt keck Stand zu halten, kann Wunder wirken. Und wenn die Liebe dann entscheidet, dass das da der oder die ist, dann schlägt sie zu. Aus heiterem Himmel, unerwartet, von jetzt auf gleich. Und wenn das bei derzeit 26,6 Periode Millionen Singles in Deutschland alle 0,0000553 Sekunden passiert, sind bald alle vom Markt. Arme Partnervermittlungsportale!