Ich und die meisten meiner Freunde sind gerade um die 50. Die kommenden 10 Jahre werden hart. Denn eins ist klar: Unsere Eltern werden in dieser Zeit wahrscheinlich krank und womöglich pflegebedürftig. Eventuell werden sie am Ende ihres Lebens sogar sterben. Jemand aus unserer Mitte wird statistisch gesehen krank. Vielleicht schwer krank. Und am Ende sogar sterben. Wer von uns wird das sein? Vielleicht erwischt es ja diesmal bitte all die anderen! So oder so, die Beerdigungen werden zunehmen und das kleine Schwarze wird häufiger mal zum Einsatz kommen. Unsere geliebten Rotzgören werden in die Welt ziehen und ihre eigenen Leben leben. Gut so. Aber auch traurig und heimlich, still und leise: ein bisschen schmerzhaft. Einige von uns werden in Rente gehen und ich frage mich schon jetzt, was ich mit diesen dann wirklich sehr alten Menschen überhaupt zu tun habe! War die 50 nicht schon absurd genug? Was denn noch alles?  Plötzlich kommt Hoffnung auf, denn Dank der Rotzgören wird es Hochzeiten oder Verpaarungen oder was weiß ich denn geben. Geburten. Taufen. Einschulungen. Ausbildungsversicherungen. Schulaufführungen. Examensfeiern. Krisen, Trennungen und Scheidungen. Krankheiten und Tod. Und uns, die wir weise, gelassen und dennoch irre aktiv und umfassend interessiert all das begleiten werden. Zurückhaltend, unaufdringlich und heiß begehrt von den rotzigen Gören. Wetten? So stellen wir uns  also gespannt dem kommenden Jahrzehnt. Und wer weiß, die eine oder der andere tanzt vielleicht ja sogar auf der eigenen Hochzeit oder Firmengründung!