Da bemühe ich mich unter den Qualen des Verzichts um eine dem Körper und der Umwelt dienliche Ernährung. Patzig frage ich beim Schlachter danach, wie das Fleisch, das vor mir in der Theke liegt, dahin gekommen ist. Ohne zu zögern zahle ich 4 Cent mehr für mein Bio Ei, denn das kostet die Aktion, die dafür sorgt, dass der Kükenbruder nicht geschreddert wird. Selbstverständlich verzichte ich mit Freuden auf Erbeeren im Januar und Spargel im November. Höre ich im Radio „Nur heute! Rinderfilet! 100 Gramm für nur €1,69!“ breche ich in Hohngelächter aus. Neuerdings will eine andere Werbung mir vermitteln, dass erst wenn Qualität nicht teuer ist, es mehr Freude für alle sei. Aber wenn der Kunde den Preis nicht zahlt, wer zahlt ihn dann? Qualität kostet Geld, weil sie Zeit, Handwerk, optimale Rohstoffe und Fairness benötigt. Bewusst wie ich bin, suche ich die Nähe zu Menschen, die es ähnlich sehen und bin mir mit ihnen einig. Auf diese Weise kann ich mich einlullen in dem guten Gefühl, dass Geiz voll unmodern ist. Und dann reise ich in ein Nachbarland und muss das hier entdecken: Schrumpelige Würste in pappigen Brötchen, trockene Buletten haben sich daneben als Hamburger verkleidet. Beide liegen offensichtlich seit Tagen zum Verkauf für kleines Geld in einem gläsernen Verkaufsfach an der Straße  herum und langweilen sich. Wer kauft und bitte wer isst sowas? Egal, man möchte ihm auflauern und zurufen: Iss einen Apfel oder geh spielen!